„Objektpolizei“ in der Nachbarschaft

Die Suche nach einer neuen Wohnung in Hamburg gestaltet sich nach wie vor schwierig. Es ist ja nicht so, dass ich utopische Wünsche habe: Zwei Zimmer, Balkon, am besten Eilbek oder Barmbek-Süd. Die wenigen Wohnungen, die mich online angesprochen haben, hatten alle bisher einen Haken. Zu groß, zu klein, zu teuer … irgendwas ist ja immer. Ich habe auch schon Makler erlebt, die bei Wohnungsbesichtigungen Eintritt verlangt haben.

Warnung vor den Nachbarn

In Annoncen stolpere ich immer wieder über seltsame Formulierungen. „Interessanter Schnitt“ hieß, dass die Wohnung so verschnitten war, dass im Wohnzimmer nicht einmal eine kleine Couch Platz hat. Im „Bunten Umfeld“ wurde ich vormittags von Bier trinkenden, streitenden Nachbarn im Treppenhaus begrüßt. Unter „naturnahem Wohnen“ wollte der Makler potenziellen Bewohnern eine schwere Taubenplage verkaufen. Neulich las ich in einer Wohnungsannonce: „Die „Objektpolizei“ in Form von Rentnern sorgt für ein sehr gepflegtes Erscheinungsbild der Wohnanlage.“ Klingt nach sehr entspannten Nachbarn. Übersetzt heißt das wohl, dass man jeden Tag Ärger wegen irgendwelcher Nichtigkeiten hat. Da kann ich mir den Umzugsstress sparen und gleich hier bleiben.