Datenschutz bei OTTO: Gefällt mir nicht

Christina LangerMeine Daten sind kein Geheimnis. Wenn ich mir ein Taxi oder Asianudeln bestelle, gebe ich sie gern und freiwillig an. Gleiches gilt natürlich bei Banken oder Versicherungen. Allerdings stelle ich immer wieder fest, dass ich in letzter Zeit wieder verstärkt Newsletter und Werbemüll von Firmen bekomme, bei denen ich weder Kundin bin, noch einer Aufnahme in den Verteiler zugestimmt habe. Die Flut wird immer schlimmer. Das aktuellste Beispiel mit dem Versandhandel OTTO hat mich besonders geärgert.

Durch einen (vermuteten) Fehler einer Bestellerin mit gleichem Namen und/oder Abläufe im Hause OTTO wurde ich versehentlich als Bestellerin angeschrieben. Ich habe den Konzern über das Versehen informiert. Seitdem bin ich im Werbeverteiler. Mit dem Hinweis auf mein Recht auf Informationelle Selbstbestimmung (laut Bundesverfassungsgericht ein Datenschutz-Grundrecht) habe ich folgende Korrespondenz an den Konzern geschickt:

„Guten Tag, liebe Frau Langer“

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestatten Sie mir, dass ich Ihnen eine Kommunikation mit Ihrem Hause schildere, an deren Ende ich Ihnen eine Frage zum Thema Datenschutz im Hause OTTO stelle.
Ende Juli: Zwei Mails von service@newsletter1.otto.de: „Guten Tag, liebe Frau Langer, herzlichen Dank für Ihre Bestellung bei OTTO am 25.07.2011, deren Zugang wir Ihnen hiermit bestätigen. Wir haben Ihre Angaben wie folgt aufgenommen“ (Kundennummer: 42509xxx). Es folgt zwar mein richtiger Name, jedoch eine ganz andere Adresse. Ich habe nämlich noch nie was bei OTTO bestellt. Mailverwechslungen kommen vor. Damit die richtige Christina Langer ihre Bestellung bekommt, schrieb ich umgehend, dass ich nicht bestellt habe.

Ein Tag später: Folgende Mail von service@otto.de. „Guten Tag, liebe Frau Langer, so war das nicht geplant. Dafür entschuldige ich mich. Durch einen Streich der Technik haben Sie eine falsche Bestellbestätigung bekommen. Die Ursache haben wir schon gefunden und abgestellt. Es wird nicht wieder passieren. Versprochen! … Freundlich grüßt Sie Frau Knapp aus Ihrem OTTO-Service-Team“. Ich bin davon ausgegangen, dass sich damit der Kontakt mit Ihrem Haus erledigt hat.

Zwei Tage später: Mail aus Ihrer Serviceabteilung, in der mir mitgeteilt wird, dass meine Ware zum Versand vorbereitet wird. Zur Erinnerung: Ich habe noch nie etwas bei OTTO bestellt. Noch am gleichen Tag: Nächster Newsletter aus Ihrem Haus mit dem Betreff „Starke Marken, Schnäppchen und Neuheiten für Sie“. Ich habe mich umgehend von diesem Newsletter abgemeldet und hoffe, zukünftig keine Mails/Post von OTTO zu bekommen.

Nun meine Frage: Wie kann es sein, dass ich ohne Zustimmung meinerseits im Werbeverteiler lande? Laut Bundesgerichtshof (Beschluss v. 20.05.2009, Az: I ZR 218/07 – „E-Mail-Werbung II“) ist bereits der Versand einer Werbemail ohne vorherige Zustimmung rechtswidrig. Daher möchte ich Sie bitten, mir zu erklären, wie es möglich ist, ohne Zustimmung den OTTO-Newsletter zu bekommen. Herzlichen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Christina Langer

„Vertrauensvoller Umgang mit Ihren persönlichen Daten“

Laut eigener Website ist man stolz auf den Datenschutz im Unternehmen. Zitat: „Unser Erfolg beruht darauf, dass OTTO vertrauensvoll mit Ihren persönlichen Daten umgeht.“

Entschuldigungsbrief des Versenders

Ein paar Tage später habe ich einen unterwürfigen Brief von OTTO bekommen, in dem man sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Eine wirkliche Erklärung zu meinen Fragen habe ich nicht bekommen. Seitdem sind ein paar Wochen vergangen. Und siehe da, ich habe keinen weiteren Werbemüll zugeschickt bekommen. Man muss sich nur radikal wehren.