
Navi-Tipps von Michael Dunker. Foto: md
Christina Langer: Ich möchte ein funktionales Navigationsgerät, das mich sicher durch Hamburg und Umgebung führt. Wichtig dabei ist, dass ich es auf dem Roller nutzen kann. Welches Gerät passt zu mir?
Michael Dunker: „Roller- und Motorradfahrer sollten ihr Navigationsgerät sorgfältig auswählen. Es muss am besten mit Handschuhen zu bedienen sein. Außerdem ist ein gewisser Schutz vor Regen wichtig. Die Hersteller TomTom und Garmin haben gute Navis für Biker. Den Schutz vor Wasser kann man an der IPX-Norm ablesen. Bei einem Navigationssystem gibt es meist die Bezeichnung IPX4 oder IPX7. 4 bedeutet, dass das Navi einen Spritzwasser-Schutz von allen Seiten hat. IPX-7 ist noch besser: Ein solches Navigationsgerät muss auch nach einem zeitweiligen Untertauchen – man sagt bis zu 30 Minuten – noch einwandfrei funktionieren.“

Michael Dunker auf Tour mit einem Outdoor-Navi. Foto: md
Michael Dunker: “Tests und Urteile in der Fachpresse bieten eine gute Orientierung. Viele Preisvergleichsseiten – wie etwa idealo.de – bieten neben der Suche nach dem günstigsten Kaufpreis auch die jeweiligen Testergebnisse im Überblick an. Ein Portal wie navigogo.de ist natürlich noch ausführlicher. Hier gibt es Kaufberatungen und tiefergehende Produktvorstellungen. Außerdem unabhängige Testurteile und Empfehlungen für die richtige Anwendung.”
Navi: Auch für Rollerfahrer
Christina Langer: Es wird wohl ein portables Navi werden. Klemm ich es mir an den Lenker, oder habe ich es in der Jackentasche und einen Knopf im Ohr?
Michael Dunker: „Gerade die Zweirad-Navis müssen natürlich besonders befestigt werden. Die Motorrad-Navis haben dafür eine spezielle Halterung, die am Lenker montiert wird. Es gibt dann die Möglichkeit, den internen Lautsprecher zu nutzen oder für besseres Verständnis einen Kopfhörer anzuschließen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang übrigens die Akkulaufzeit des Navis. Denn im Gegensatz zu einigen Motorradmodellen hat ein Roller selten einen 12V-Anschluss für den Betrieb von elektronischen Geräten. Ohne so eine Buchse sollte ein Navi eben einige Stunden ohne Stromanschluss betrieben werden können.“
Christina Langer: Das Budget sollte überschaubar bleiben. Wo gibt’s günstige Navis?
Michael Dunker: „Wenn man sich für ein Modell entschieden hat, zählt nur noch eins: der Preis. Die besten Vergleichsmöglichkeiten hat man natürlich im Internet. Besonders beliebt sind die bereits erwähnten Preissuchmaschinen. Hier der Tipp: Am besten bei einem Anbieter kaufen, der schon viele zufriedene Kunden hat. Das kann man an den häufig aufgeführten Bewertungen zu den jeweiligen Shops ablesen. Ich gebe lieber 2,50 Euro mehr aus, wenn ich dafür sicher sein kann, nicht übers Ohr gehauen zu werden. Außerdem sollte man die Versandkosten beachten. Hier tricksen viele Anbieter und wollen noch ein wenig mehr rausholen. Dann wird das Schnäppchen-Navi eben doch zum Durchschnitt.“
Navigation steht im Vodergrund
Christina Langer: Was muss ein Navigationsgerät können und was ist nice to have?
Michael Dunker: „Die Navigation steht selbstverständlich im Vordergrund. Nicht nur eine genau und unmißverständliche Zielführung, sondern auch die Gebrauchstauglichkeit der Produkte ist wichtig. Also: wie lange dauert die Positionsbestimmung, muss man erst fünf Minuten warten bis man losfahren kann? Oder die Menüführung: wie viele Klicks sind notwendig, um zum gewünschten Punkt zu kommen, etc… Nett sind zusätzliche Features wie die Möglichkeit, das Navi als Bluetooth-Freisprecheinrichtung für das Handy zu nutzen. Oder aber eine Foto- und Videofunktion. Manche Navis haben auch einen Reiseführer eingebaut, der die Sehenswürdigkeiten kommentiert. Ob man das braucht, muss jeder selbst entscheiden.“
Christina Langer: Woher weiß das Navi eigentlich, wo ich gerade bin?
Michael Dunker: „Eine Reihe von Satelliten umkreisen die Erde in 22.000 Kilometern Höhe. Diese Satelliten senden exakte Zeitsignale aus. Meist sind zwischen vier bis neun Satelliten über dem Horizont “sichtbar”. Das heißt, ein GPS-Navigationssystem kann die Zeitsignale dieser sichtbaren Satelliten empfangen. Weil die Bahnen der Satelliten bekannt sind, kann das GPS-Navi aus den Zeitunterschieden mit denen die Signale eintreffen die eigene Position errechnen. Dafür genügt übrigens der “Sichtkontakt” zu drei Satelliten. Wenn man noch seine Höhe über Normal Null – also über dem Meeresspiegel – bestimmen will, braucht es ein viertes Signal dazu.“
Christina Langer: Danke für die tollen Infos.
Michael Dunker: „Gute Fahrt!“
Roller fahren und Navi: Da hätte ich besser auch mal einen Experten gefragt. Erinnere mich an meinen Versuch durch eine gewagte Eigenkonstruktion eine möglichst dauerhafte Verbindung zwischen meinem frisch erworbenen Medion-Navi und meiner ebenso frisch erworbenen Vespa herzustellen. Immerhin, so 15 Meter bin ich gekommen bevor das Navi den Gesetzen der Schwerkraft folgend gen Boden segelte. Na ja, segeln trifft es nicht ganz, es donnerte vielmehr auf den Asphalt. Seitdem benutze ich den Roller aus Angst mich zu verfahren nur noch auf Kurzstrecken und schaffe so keine 1000 Kilometer im Jahr.
Übrigens, das Navi hat es überlebt und leistet mir auch heute noch gute Dienste – allerdings im Auto…